Brand im Flüchtlingslager Moria

Anfang September 2020 ereignete sich in Moria, dem grössten Flüchtlingslager in Europa, ein Grossbrand, der das Lager und das sowieso bereits bescheidene Hab und Gut der Flüchtlinge fast vollständig zerstörte. Am 15. September wurden sechs mutmassliche Brandstifter verhaftet. Ab Mitte September 2020 wurde das Lager geräumt.

Das zerstörte Flüchtlingslager in Moria. Quelle: Keystone SDA/laif

Das griechische Flüchtlingslager Moria befand sich im Landesinneren der Insel Lesbos, welche zu Griechenland gehört. Moria war Europas grösstes Flüchtlingslager. Ursprünglich konzipiert für 2800 Menschen, lebten zwischenzeitlich 20’000 Menschen im Lager (März 2020). Aufgrund der Überfüllung herrschten im Flüchtlingslager jahrelang katastrophale Verhältnisse. Die EU-Länder konnten sich trotzdem nicht zu einer Lösung durchringen.


In der Nähe des Ortes Moria wurde ab 2013 ein Screening-Center und Abschiebehaftgefängnis errichtet, das Platz für 98 Menschen bot. Die maximale Verweildauer im Lager war auf 30 Tage ausgelegt. Direkt daneben entstand auf einem früheren Areal des griechischen Militärs ein Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge. Im Zuge der Flüchtlingskrise von 2015 war das für 410 Menschen konzipierte Lager bald überbelegt. Daraufhin wurden die Kapazitäten im Lager ausgebaut. Die Verwaltung des Lagers stand unter der Verantwortung der griechischen Polizei in Zusammenarbeit mit dem hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR). Ab 2015 wuchs die Anzahl Menschen im Lager rapide an, Mitte 2019 waren es bereits etwa 10’000 Flüchtlinge. Die Behörden hatten die Situation nicht mehr im Griff. Es herrschten fatale humanitäre Zustände. Zelte und Hygienemöglichkeiten waren Mangelware, sodass sich die Flüchtlinge selbst helfen mussten und eigene Behausungen bauten.
Die Organisation Ärzte ohne Grenzen forderte angesichts der Covid-19-Pandemie im März 2020 eine sofortige Evakuierung des Lagers und eine Verteilung der Menschen auf EU-Länder. Im Lager teilten sich zu dieser Zeit 1300 Menschen einen Wasserhahn; Seife zum Händewaschen war nicht erhältlich, und es gab keine Möglichkeit, räumliche Distanz zu wahren.


Als am 8. September 2020 bekannt gegeben wurde, dass bei 35 Bewohnern des Lagers Covid-19 festgestellt worden war, kam es wegen der Quarantäne und Angst vor Ansteckungen zu Unruhen im Lager. Am späten Abend brach ein Brand im Lager aus. An diesem Abend waren die Winde sehr stark, wodurch die Flammen sehr schnell ausgebreitet wurden. Das Lager brannte dabei fast völlig aus. Am Morgen des 9. September war das Feuer weitgehend unter Kontrolle gebracht. Mehr als 12’000 Menschen wurden durch das Feuer obdachlos. Die Regierung in Athen geht davon aus, dass einige Flüchtlinge die Brände selbst gelegt haben, da innerhalb und ausserhalb des Lagers mehrere Feuer gleichzeitig ausgebrochen seien. Mitte September wurden fünf Verdächtige festgenommen, Ende September kamen die mutmasslichen Brandstifter in Untersuchungshaft.


Der Brand in Moria hat der Frage nach einer Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU neuen Nachdruck verliehen. Die Reaktionen der europäischen Staaten fielen unterschiedlich aus. Österreich war nicht bereit, Flüchtlinge aufzunehmen, Frankreich, Deutschland, Norwegen und die Niederlande hingegen schon. In der Schweiz gab die Stadt Bern bekannt, 20 Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen.

 

Das zerstörte Flüchtlingslager in Moria. Quelle: Keystone SDA/laif
Das zerstörte Flüchtlingslager in Moria. Quelle: Keystone SDA/laif

Das griechische Flüchtlingslager Moria befand sich im Landesinneren der Insel Lesbos, welche zu Griechenland gehört. Moria war Europas grösstes Flüchtlingslager. Ursprünglich konzipiert für 2800 Menschen, lebten zwischenzeitlich 20’000 Menschen im Lager (März 2020). Aufgrund der Überfüllung herrschten im Flüchtlingslager jahrelang katastrophale Verhältnisse. Die EU-Länder konnten sich trotzdem nicht zu einer Lösung durchringen.


In der Nähe des Ortes Moria wurde ab 2013 ein Screening-Center und Abschiebehaftgefängnis errichtet, das Platz für 98 Menschen bot. Die maximale Verweildauer im Lager war auf 30 Tage ausgelegt. Direkt daneben entstand auf einem früheren Areal des griechischen Militärs ein Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge. Im Zuge der Flüchtlingskrise von 2015 war das für 410 Menschen konzipierte Lager bald überbelegt. Daraufhin wurden die Kapazitäten im Lager ausgebaut. Die Verwaltung des Lagers stand unter der Verantwortung der griechischen Polizei in Zusammenarbeit mit dem hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR). Ab 2015 wuchs die Anzahl Menschen im Lager rapide an, Mitte 2019 waren es bereits etwa 10’000 Flüchtlinge. Die Behörden hatten die Situation nicht mehr im Griff. Es herrschten fatale humanitäre Zustände. Zelte und Hygienemöglichkeiten waren Mangelware, sodass sich die Flüchtlinge selbst helfen mussten und eigene Behausungen bauten.
Die Organisation Ärzte ohne Grenzen forderte angesichts der Covid-19-Pandemie im März 2020 eine sofortige Evakuierung des Lagers und eine Verteilung der Menschen auf EU-Länder. Im Lager teilten sich zu dieser Zeit 1300 Menschen einen Wasserhahn; Seife zum Händewaschen war nicht erhältlich, und es gab keine Möglichkeit, räumliche Distanz zu wahren.


Als am 8. September 2020 bekannt gegeben wurde, dass bei 35 Bewohnern des Lagers Covid-19 festgestellt worden war, kam es wegen der Quarantäne und Angst vor Ansteckungen zu Unruhen im Lager. Am späten Abend brach ein Brand im Lager aus. An diesem Abend waren die Winde sehr stark, wodurch die Flammen sehr schnell ausgebreitet wurden. Das Lager brannte dabei fast völlig aus. Am Morgen des 9. September war das Feuer weitgehend unter Kontrolle gebracht. Mehr als 12’000 Menschen wurden durch das Feuer obdachlos. Die Regierung in Athen geht davon aus, dass einige Flüchtlinge die Brände selbst gelegt haben, da innerhalb und ausserhalb des Lagers mehrere Feuer gleichzeitig ausgebrochen seien. Mitte September wurden fünf Verdächtige festgenommen, Ende September kamen die mutmasslichen Brandstifter in Untersuchungshaft.


Der Brand in Moria hat der Frage nach einer Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU neuen Nachdruck verliehen. Die Reaktionen der europäischen Staaten fielen unterschiedlich aus. Österreich war nicht bereit, Flüchtlinge aufzunehmen, Frankreich, Deutschland, Norwegen und die Niederlande hingegen schon. In der Schweiz gab die Stadt Bern bekannt, 20 Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen.


Nach Moria-Brand: Polizei auf Lesbos setzt Tränengas ein | DW Nachrichten